Donnerstag, 29. September 2016

STREIFEN MACHEN GLÜCKLICH



Hallo, ich hoffe, Ihr seid angeschnallt und habt Eure Helme aufgesetzt. Denn heute werde ich Euch flashen. Mit Fotos, mit Farben - und mit vielen, vielen Streifen. Ich präsentiere Euch die neue, wahnsinnig schöne Doppelkollektion "STREIFENLIEBE" beziehungsweise "STRICKPUNKT", hergestellt in Deutschland und aus 100 Prozent Biobaumwolle, kurariert vom Stoffbüro. Und weil man im Stoffbüro genau weiss, was Frauen wollen, gibt es zu allen Designs farblich passende Single-Jerseys und Bündchen dazu.



Ich könnte Euch jetzt zutexten, Euch erzählen, dass Catrin vom Stoffbüro die Stoffe auf der Schwäbischen Alb von Albstoffe hat stricken lassen. Oder, dass es neben den lieben Streifen ("Streifenliebe") auch bezaubernde Striche und Punkte ("Strickpunkt") aus Jersey-Jacquards (nach einem Design der brillianten Änni von Ännisews) gibt. Und erwähnte ich die beiden kuschelweichen Relief-Jacquards (nach einer Idee von Elle Plus), die diese Wahnsinnskollektion abrunden? 


Aber nein, das mache ich nicht, denn das könnt Ihr alles hier nachlesen. Und bei Stefanie alias Frau Herzekleid erfahrt ihr alles über das neue, vielseitige Schnittmuster "Kathi", aus dem wir (Frölein Tilia, meine Partnerin in crime, und ich) die beiden Cardigans für die Mädels genäht haben. 


Erlaubt mir stattdessen ein paar Gedanken zum Thema Stoffdesign. In den letzten zwei Jahren vergeht kaum ein Tag, ohne dass der Markt mit so genannten Eigenproduktionen geschwemmt wird. Eigenproduktion, das ist für mich die Plage der 2010er Jahre. Gutes Design ist nichts, was man mal so nebenbei macht. 



Nein, Leute, gutes Design ist hochkomplex. Deswegen bin ich von der Streifenliebe/Strickpunkt-Kollektion aus dem Stoffbüro so überzeugt. Das ist kein 08/15-Schrott, das ist grosses Kino. Und bio. Und Made in Germany. Die gesamte Farbpalette ist durchdacht, stimmig, die Muster sind mit Sachverstand und Liebe zum Detail entwickelt worden. Ratet mal, was Ännis Hauptberuf ist? Richtig, sie ist tatsächlich Designerin. (Kleiner Tipp: Sichert Euch "Ihren" Strickpunkt gaaanz schnell, der wird weg gehen wie warme Semmeli...)



Wo war ich stehengeblieben? Wollt Ihr noch wissen, warum die Mini-Models diese einfachen und dennoch herzallerliebsten Gummistiefel zu ihren Retrokleidchen (Schnitte: Laralil) tragen? Weil die Mädels das so wollten. Die beiden mögen nämlich auch gut gemachtes, klares Design. Genau wie ihre Mütter...




Dienstag, 20. September 2016

"SEWING FOR KINDERGARTEN" - BLOGTOUR


This post is in English and German. 
Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.  

Do you know the saying: What you see is what you get? Well, that totally fits for Eva. She has this colorful, bubbly personality, loves to talk (a lot) and has - at the age of six - more attitude than Coco Chanel. So, when Mie from Sewing like Mad asked me to join her famous "Sewing-for-Kindergarten-Tour", I knew that I got to make more than just one outfit for my youngest daughter. We actually need tons of garments to get through one week of Kindergarten. 

Kennt Ihr das? Manche Menschen sehen exakt so aus, wie sie sind. Meine Tochter Eva ist so ein Beispiel. Man guckt ihr ins Gesicht und weiss schon alles. Sie ist ein fröhliches, kunterbuntes, wuseliges kleines Ding. Und obwohl sie erst sechs Jahre alt ist, macht sie bereits jetzt ähnlich viel Wind wie Coco Chanel (Gott hab sie seelig.) Erwähnte ich, dass sie qasi rund um die Uhr plappert? Keine Ahnung, von wem sie das hat...
Als Mie von Sewing like Mad mich zu ihrer berühmten "Sewing-for-Kindegarten-Tour" einlud, war mir jedenfalls sofort klar, dass ich mehr als ein Teil abliefern musste. Wir brauchen nämlich viele, viele Klamotten, um durch eine Kindergartenwoche zu kommen.


The reasons: 
1. Eva loves to pick her clothes and loves to combine the uncombinable. #makesmyeyeshurtsometimes
2. She thinks that it's kind of uncool to come back from kindergarten without showing off how much fun she had there. (Honestly! Her clothes tell stories: Painted with watercolors, took the glue and was soo crafty, ate blueberries during break...)
3. I love to sew for my pixie/imp/banshee (whatever).

Hier die Gründe:
1. Eva findet es supercool, ihre Kleider selbst auszusuchen und sie vor allem so zu kombinieren, dass es einem schwindelig werden kann. #netzhautpeitsche
2. Ausserdem glaubt sie, dass ein Kindergartentag nur dann erfolgreich war, wenn man das auch sieht. Und zwar an den Kleidern, die eigentlich IMMER mit Farbe, Leim und sonstigen Flecken verziert sind.
3. Die Wahrheit ist: Ich liebe es, für unsere kleine Kröte/Elfe/Knallerbse zu nähen.


I sewed up four pieces that can be mixed and matched: a retro style knit dress ("Liva" by the wonderful Danish Designer Laralil), a shirt (Beachy Boatneck by Blank Slate Patterns) and two super comfy Pants ("Wild-and-Free-Lounge Pants by Coffee+Thread. (Okay, if my kid combines the striped shirt and the striped pants it might look like pj's, but that's okay, right?)

Ich habe vier Teile genäht, die Eva beliebig kombinieren kann: ein Retrokleidchen nach dem wunderbaren Schnitt "Liva" von Laralil aus Dänemark, ein bequemes Shirt mit U-Boot-Ausschnitt ("Beachy Boatneck" von Blank Slate Patterns, Schnittmuster mit deutschsprachiger Anleitung über Näh-Connection) und zwei Mal die superbequeme Wild-and-Free-Lounge-Pants vom amerikanischen Indielabel Coffee+Thread (Schnittmuster mit deutschsprachiger Anleitung über Näh-Connection). Okay, wenn die Kleine Streifen mit Streifen kombiniert, dann sieht's nach Schlafi aus, aber das ist mir ehrlich gesagt wurscht.



For the dress I used organic knits from Lillestoff ("Sweet life", design by Bora, and "Solid Mustard"), for the shirt and the pants striped and solid knit jersey by Hilco. I made the application on the shirt with my Silhouette Portrait using thermofoil. The design is part of the files "Retro Lover" from Emma Pünktchen.

Das Kleid habe ich aus dem Lillestoff-Jersey "Sweet life" (Design von Bora) und dem Uni in Senf genäht. Das Oberteil und die Hosen sind aus Unis und Streifencampan von Hilco. Plot: "Retro Lover" von Emma Pünktchen



As I'm the first tour participant from Switzerland, I'll try to explain our school system. First of all: Eva is already in second year of kindergarten and will start school next summer. Swiss kids begin at the age of 4 to 5 with mandatory school. Our kindergarten is - contrary to kindergarten in Germany - more like preschool. Of course they do play, but they also learn some basics. Some kids actually stay three years to be really ready for school. 

Da ich die erste Tourteilnehmerin aus der Schweiz bin, möchte ich Euch noch ein wenig über unser Schulsystem erzählen. Die Kinder gehen hier mit 4 bzw. 5 in den Kindergarten. Das Ganze ist obligatorisch und hat relativ wenig Ähnlichkeit mit dem klassischen Kindergarten, wie ich ihn aus Deutschland kenne. Der Schweizer "Chindsgi" hat eher Vorschulcharakter. Natürlich wird bei uns auch ganz viel gespielt und gebastelt, aber die Frühförderung steht klar im Zentrum.




Kindergarten starts at 8:30 am and ends at 12.00 pm. On one afternoon there are lessons, too. In Eva's kindergarten two teachers take care of 20 kids. A speech therapist, a psychomotility therapist, a social worker and teacher/therapist for children with special needs complete the team. 

Unser "Chindsgi" beginnt um halb neun und endet um zwölf Uhr. An einem Nachmittag finden zusätzliche Lektionen statt. In Evas Gruppe werden 20 Kinder von zwei Kindergärtnerinnen betreut. Wobei die Bezeichnung veraltet ist, Kindergartenlehrerin wäre passender. In der Schweiz wird das Personal, das auf der Kindergartenstufe arbeiten, an der Pädagogischen Hochschule ausgebildet. Zum Team gehören ausserdem noch eine Logopädin, eine Psychomotoriktherapeutin, eine Sozialarbeiterin und Heilpädagogen.

  

Oh, almost forgot to answer Mie's questions. Here we go:

1. Is this your first time sending a child to Kindergarten? 
Nope, my older daughter Ida is already in second grade of school. So, we're pretty relaxed...

2. Do you feel like crying or celebrating? And what about your child?
As I said before - it's Eva's second year as a kindergartner. Celebrating time!

3. What kind of school does your child attend? 
A public school. No need to send the kids to a private institute. The quality of public schools is pretty good.

4. Question to the kindergartner: What have been the best and the worst part so far?
Eva: "The best (in my second year) is, that I'm a big girl now. The new girls and boys (who started this year) are like... babies? What I don't like is, that mommy keeps on harassing me with fruits I need to eat during break. That's just yucky!"

Ach, ja, hier noch die Fragen, die Mie allen Blogtourteilnehmern stellt:

1. Schickst Du zum ersten Mal ein Kind in den Kindergarten?
Nein, meine ältere Tochter Ida geht bereits in die zweite Klasse der Primarschule.
2. Ist es Dir eher nach Heulen oder nach Feiern zu Mute?
Was für eine Frage! Partytime! Okay, da das bereits ihr zweites Kindergartenjahr ist, sind wir schon sehr routiniert...
3. In welchen Kindergarten geht das Kind?
In den öffentlichen Gemeindekindergarten.
4. Fragen an das Kindergartenkind: "Was war bisher das Tollste am Chindsgi? Und was war das Schlimmste?"
Antwort von Eva: "Ich finde es super, dass ich jetzt zu den Grossen gehöre. Die neuen Kindergartenkinder sind... Babies? - Doof finde ich, dass meine Mami mir immer und immer wieder Früchte ins Pausenböxli packt. Das finde ich nicht sehr fein."


Thanks for stopping by. Please don't forget to visit Annika from "Näh-Connection" and have a look at her creations for Sewing-for-Kindergarten-2016. Annika is not only a colleague but also a friend of mine :)

Danke, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt. Und schaut doch noch bei Annika von "Näh-Connection" vorbei! Sie macht auch bei "Sewing-for-Kindergarten-2016" mit und zeigt ihre Kreationen ebenfalls heute. Annika ist nicht nur meine liebe Näh-Connection-Kollegin, sondern auch eine Freundin :)



Schnitte: Liva von Laralill, Beachy Boatneck von Blank Slate Patterns, Wild-and-Free-Lounge-Pants von Coffee+Thread
Stoffe: "Sweet life" von Bora, Uni-Jersey Mustard (beide von Lillestoff), 
Uni-Jersey Blau und Streifen-Campan von Hilco
Plot: "Retro Lover" von Emma Pünktchen
verlinkt bei: Kiddikram und LilleLieblinks


Donnerstag, 15. September 2016

WARUM ICH BALD NOCH SO EIN POLOSHIRT NÄHEN MUSS


Das wird vermutlich der kürzeste Blogpost ever. Ich lasse heute lieber Bilder sprechen, statt Romane zu schreiben. Ich bin seit einigen Wochen im Probenähteam von Ki-ba-doo. Den ersten Schnitt, den ich für Claudia alias Frau Liebstes getestet habe, heisst "Liska". (Richtig geraten, es gibt auch noch eine MALiska für Damen, aber bleiben wir beim Kinderschnitt.) 


Liska ist - wie so oft bei Ki-ba-doo - ein Basisschnitt mit diversen Variationsmöglichkeiten:

- normale oder Puffärmelchen
- kurze, lange oder Lagenlook-Ärmel
- klassischer Polokragen oder runder Kragen

(Und jetzt habe ich noch kein Wort über mögliche Hacks geredet... Da ginge auch jede Menge.)


Der Schnitt fällt figurnahe aus, und das ist ausdrücklich so gewollt. Ich weiss, dass nach wie vor noch viele Näherinnen auf Vorrat grösser nähen - und ich sage euch: Don't do that! Ich finde, Kinderkleider müssen gut passen. Nichts ist schlimmer, als ein liebevoll genähtes Teil, dass dann zwei Jahre am Kind schlabbert. 




Ich habe übrigens für meine Sechsjährige (!), die ca. 114cm gross ist, die 110 genäht. Bei Kindern ist immer ihr aktueller Brustumfang entscheidend. Ja, 110! Und weil mir klar war, dass das Kind zwar zierlich, aber nicht winzig ist, habe ich die Länge auf 116 angepasst. Sitzt  perfekt. 


Ganz besonders angetan hat es mir der Pseudo-Bubikragen. Obwohl mit Kragensteg genäht, sind die Ecken schön abgerundet. Da ich Euch wenige Worte angekündigt hatte, geht es jetzt auch ganz schnell, versprochen.


Natürlich alles aus Jersey genäht, Hauptstoff (Little Hearts von BORA) und violetter Stoff von Lillestoff, der Rest aus den unendlichen Weiten meines Stofflagers. Knopfleiste und Kragen verstärkt, Druckknöpfe reingehämmert, Säume gecovert - fertig. War keine grosse Sache, wenngleich ich natürlich weiss, dass Kragenanfänger nun widersprechen werden. 



Ach, ja, der Schnitt "Liska" erscheint heute (!) bei Ki-ba-doo. Er beinhaltet die Grössen 80-164. Bin ich froh, dass ich das Muster schon habe. Nachdem Liska Nummer 1 nämlich fertig war, gab es bei uns daheim einen klitzekleinen Disput. Inhalt: "Warum nähst du meiner Schwester immer so schöne Sachen und mir niiiiiie?" Tja, kann man als Mama ja fast nicht anders, als die Nähmaschine gleich nochmals anzuschmeissen, oder?




Schnitt: Liska von Ki-ba-doo
Stoff: Little Hearts von Lillestoff
Verlinkt bei Kiddikram (LunaJu)


  

Sonntag, 28. August 2016

SCHON WIEDER DU!


Oh, Mann, was ist das nur mit mir und dem Lieblingskleidchen? Eine grosse Liebe, so viel ist klar. Zum gefühlten hundertsten Mal habe ich Brittas (= Erbsenprinzessins) Kinderschnitt umgesetzt. Dieses Mal aus einem supercoolen Retrostoff (1970er Gardine, ich weiss!) und mit drei kleinen, aber sehr effektvollen Anpassungen. Na, könnt ihr es erkennen?


1. Ich habe eine Art Tulpenrock gebastelt. Wie das geht, das wisst Ihr, oder? Einfach das Schnittteil per Hand zum Saum hin verjüngen. Dabei aber bitte nicht übertreiben! Schon kleine Anpassungen verändern die Silhouette effektiv - und wir wollen dem lieben Kind ja keinen Bleistiftrock basteln, oder?



2. Ich habe das Rückenteil zweigeteilt. Ich könnte jetzt schreiben, dass das nötig war, um mein ausgeklügeltes Retrokonzept durchzuziehen. Aber, nein, der wunderbar quietschige Retrostoff "Tropix Paola Citrus" von Alexander Henry Fabrics war einfach zu schmal für das komplette Schnittteil. Von dem fröhlichen Free Spirit "True Colors New Wave Tangerine" hatte ich hingegen noch genug.) Da wir alle hin und wieder vor genau diesem Problem stehen, hier nochmals kurz ein paar Worte zur Anpassung: Das Vorderteil endet unter der Passe. Nun musste ich gewissermassen nur noch herausfinden, wo diese Teilungsnaht hinten weiterlaufen würde, wenn sie denn durchgängig wäre. Dazu habe ich das Vorderteil (bestehend aus den zwei Passenteilen) und (das lange) Rückenteil im Schulterbereich aneinander ausgerichtet. Und schon wird die imaginäre Schnittlinie sichtbar. Schnippschnapp! Beim Zuschneiden die Nahtzugaben nicht vergessen - und fertig ist die das revidierte Oberteil-Schnittpapier.


3. Die vielleicht coolste Anpassung betrifft den Ärmelbereich. Ich habe kleine Cap Sleeves eingesetzt. Das wollte ich schon lange mal ausprobieren. Zum einen, weil das meine liebster Ärmeltyp ist, zum anderen, weil so die Schultern der Kleidchenbesitzerin vor Sonnenbrand geschützt sind (#übervorsichtigemutteramwerk). Aber wie macht man das jetzt? Brittas Schnitt kommt im Bereich des Ärmelausschnitts ohne Nahtzugabe aus, da dort mit Schrägband eingefasst werden sollte. Es gibt also zwei Möglichkeiten: Entweder man packt an den Armlöchern eine Nahtzugabe drauf (und hat dann später ein Riesengewurschtel, da die Cap Sleeves traditionell nur wie Kappen über den Schultern liegen und nicht unbedingt unter den Achseln weiterlaufen) - oder man  näht die Flügelchen einfach unterm Schrägband fest und benutzt dabei die Schrägbandnaht, um die zweite Naht zu verstecken. Alles klar? Es wird deutlicher, wenn Ihr die Bilder anschaut. Dort seht ihr die Doppelnaht. 


Jetzt wollt Ihr sicher noch wissen, wie man die Käppchen konstruiert. Das ist echt einfach, glaubt mir! First of all: Die äussere, gerade Kante (am rechten Bildrand) wurde im Stoffbruch zugeschnitten. So erhaltet Ihr ein gefüttertes Ärmelchen. Ich bin mit der Ovi dann über die runde, doppelt offene Naht drüber. Und wie findet man jetzt die richtige Gesamtlänge? Dazu habe ich mir erst überlegt, wie lange die Caps von der Schulternaht aus vorne und hinten weiterlaufen sollen. Ich kam in meinem Fall auf einen Wert von ca. 9cm, also zusammen ca. 18cm. 

Und was ist mit der runden Seite? Richtig, die Flügelchen sind zwar aussen gerade, innen aber konvex. Den Krümmungsgrad bekommt man ganz gut hin, wenn man die beiden Stoffteile NACH dem Schliessen EINER Schulternaht und VORM dem Schliessen der Seitennähte einfach mal hinlegt. Fragt Euch: Wie würde der Ärmelausschnitt später ungefähr fallen. Ich habe dann einfach ein Papier untergelegt und grob die Innenline des Ärmelausschnitts nachgezeichnet. Es kommt hier nicht auf Millimeter an, keine Sorge. Stellt einfach nur sicher, dass eine Krümmung da ist. Fertig. 



Zum Schluss noch zwei Makros. Ihr wisst mittlerweile, dass ich einen Schrägbandfetisch habe :) Ich wünsche Euch viel Erfolg beim Nachnähen, gerne auch in Farben, die nicht unter dem Hashtag #netzhautpeitsche geführt werden :D

Herzlich
Bettina

Dienstag, 9. August 2016

WANT SOME MORE TEA? YES, PLEEEASE!


This post is in English and German. 
Dieses Posting ist zweisprachig verfasst, auf Englisch und auf Deutsch.  

Some months ago the American indie label Sew House 7 released the TEA HOUSE DRESS pattern. When I saw the first pictures and especially the drawing of the pattern pieces, I was intrigued. The way the dress was constructed was so different. 

Als das amerikanische Indie Label Sew House 7 erste Bilder von seinem neuen Schnittmuster TEA HOUSE DRESS zeigte, war ich fasziniert. Das war so komplett anders als viele andere Vorlagen, die zeitgleich erschienen waren.


Of course, the pattern consists of well known elements. But the pattern construction is remarkable. My dear blogger friends from all around the world had exactly the same impression. What a great reason to organize a sew along. And so it began... #teahousedresstour

Klar, das TEA HOUSE Kleid besteht aus den Elementen, die man halt braucht, um eine Kleid zusammenzusetzen.  Aber die Art, wie die Teile vom Grundsatz her konstruiert sind, ist schon sehr ungewöhnlich. Wir Nähbloggerinnen sind gut vernetzt. Als die Sprache auf das neue Schnittmuster kam, waren auch meine Kolleginnen rund um den Globus begeistert. Was für eine wunderbare Voraussetzung, um einen Sew-along zu organisieren: die #teahousedresstour. 


Peggy, the designer, was clearly inspired by traditional Japanese clothing. Although a prototypical kimono would be more similar to a wrap dress, the TEA HOUSE DRESS pays homage to the original style in a big way. A V-neckline, cuffed dolman short sleeves, the flared skirt, the wide tie to accentuate the high waist - and the huge amount of fabric that is needed (almost 6! yards for a size 16).

Peggy, die Designerin, liess sich ganz offensichtlich von traditionellen japanischen Gewändern inspirieren. Obwohl ein klassischer Kimono vorne offen ist und eher einem Wickelkleid ähnelt, zitiert sie viele Stilelemente. Da wären die überschnittenen Kimonoärmel, der ausgestellte Rock, der V-Ausschnitt, das breite, hoch angesetzte Bindeband - und vor allem die schier unglaubliche Menge an Stoff, die gebraucht wird. Für die Grösse 16 (entspricht 46/48) habe ich satte fünf Meter verbraten.



I was looking for a fabric design that is both flattering for my coloring and somehow Japanese. I found it - no surprise there - at Art Gallery Fabrics. "Summit twilight" (out of the collection "Hello Bear" by Bonnie Christine) is super soft woven with graphics that reminded me of Japanese woodblock prints. It's a variation of the traditional  "seigahia pattern", the wave pattern.The pockets are made from some scratch.

Es war gar nicht so leicht, den perfekten Stoff für das Projekt zu finden. Der Print sollte nicht nur zu meinem Teint und meinen Haaren, sondern auch zum Stil des Kleides passen. Ich wurde bei Art Gallery fündig (keine Überraschung): "Summit twilight" aus der Kollektion "Hello Bear" von Bonnie Christie, ein wunderbar weicher Webstoff. Das grafische Muster erinnerte mich spontan an japanische Holzdrucke - und natürlich an das omnipräsente Seigahia-Design, auch Wellenmuster genannt. Die Taschen sind aus einem Leinenstoffrest geschnitten. Übrigens: Schweizer Kundinnen bekommen den Stoff (noch) bei Rothlilablau in Wetzikon.





The TEA HOUSE pattern can be sewn as top - or as dress which comes in two lengths. As you can see, I made the long version. I flipped the print that I used for the front panel upside down for two reasons: It slims the waist, plus it accentuates the interesting panel construction of the dress. The second alteration was neccessary, because the tie sat originally too high for my taste (and my DD-cup). I put the binding (and of course the pockets) about four inches down, which was easily done. (And I lengthened the whole dress, because I'm 5' 9'' tall.) THAT WAS IT. 

Ihr könnt das Schnittmuster sowohl als Kleid (in zwei Längen), als auch als Top nähen. Ich habe den Stoff für das mittlere Vorderteil um 180 Grad gedreht, um das Ganze ein bisschen interessanter zu machen bzw. die Teilungsnähte zu betonen. Ausserdem stellt sich so auch eine leichte optische Täuschung ein... die Körpermitte sieht etwas schmaler aus ;) Und ich habe das Bindeband und die Taschen je eine Handbreit nach unten gesetzt. Ausserdem habe ich das Kleid deutlich länger gemacht, da ich 1.75m gross bin. Das war's dann aber auch schon. Cool, oder? 




If anybody asks me: "Want some more TEA?" I would answer: "Yes, please!" I'm sure you can see why. Greetings from a coffee addict who loves the TEA HOUSE DRESS.
Bettina
P.S. Yes, these ARE my glasses. Actually I'm shortsighted.

Wenn mich jetzt jemand fragen würde, ob ich gerne mehr TEA hätte, würde ich ungeniert ja sagen. Viele Grüsse von der Frau, die eigentlich nur dTee trinkt, wenn sie krank ist :D
Bettina
P.S. Jaaa, das ist meine echte Brille. Die ziehe ich für die Fotos meistens aus. Aber dieses Mal hat's so gut gepasst.


Wanna see more gorgeous TEA HOUSE DRESSES and TEA HOUSE TOPS? No prob, just follow the tour bus, data below! Wanna win this unique pattern? Again no prob, just comment on Gaafmachine's first blog post to enter!

Wollt ihr weitere wunderschöne TEA HOUSE Kleider und Tops sehen? Kein Problem, steigt in den Tourbus, Daten unten! Wollt ihr dieses ungewöhnliche Schnittmuster gewinnen. Auch das ist kein Problem, surft rüber zu meiner Freundin Nelleke von Gaafmachine und kommentiert dort unter dem ersten Tour-Post!

TEA HOUSE DRESS TOUR