Samstag, 12. März 2016

LILLESTOFF-BUCH "MEINE LIEBLINGSKLEIDER"



Hier die drei der am häufigsten gestellten Nähblog-Fragen der letzten Wochen:
1. Wann erscheint dieses Lillestoff-Buch?
2. Was kann es?
Und vor allem: 3. Braucht man es als leidenschaftliche Näherin?

Da ich ein Presseexemplar erhalten habe, werde ich versuchen, diese Fragen für euch zu beantworten.




Punkt 1 ist leicht:

"Meine Lieblingskleider. Selbstgenähtes für Jungs & Mädels. Grösse 98-134"

ist gerade eben im Christophorus Verlag erschienen und kann überall dort, wo ihr normalerweise Bücher kauft, erstanden werden. Knapp 100 Seiten, robust und griffig von der Aufmachung her, mit Innenklappen für die zwei beidseitig bedruckten Schnittmusterbögen. Kostenpunkt 16.99 Euro in D, 17.50 in A - und in der Schweiz, ja, ihr wisst es bereits. Seit es hier keine Buchpreisbindung mehr gibt, ist fast alles möglich.

Ach, ja, die Schnittmusterbögen haben eine alltagstaugliche Qualität, definitiv kein Seidenpapier wie bei Burda oder so. Etwas Übung im Schnittmusterlesen kann aber nicht schaden, denn auf den Lillestoffbögen ist alles ziemlich vollgeknallt. Aber geschenkt. Wir "lesen" die Ottobre - da kann uns nichts umhauen, oder?

Nun zur Frage, was das Besondere an "Meine Lieblingskleider" ist. Normalerweise stecken in Nähbüchern immer zu zwei Dritteln Mädchenschnittmuster. Das ist cool - vorausgesetzt, man hat (so wie ich) nur Töchter. Es kann aber gewaltig nerven, wenn die Söhne nicht so auf Kleidchen stehen. Diesbezüglich kann das Buch punkten. Ich habe euch ein Foto des Inhaltsverzeichnisses angehängt. Mehrere Schnittmuster für Jungenklamotten - fast alles da, was man für eine Basisausstattung braucht (inklusive "Unterhösli" und "Unterliibli"). Ein Hoodie wäre noch cool, aber der Jumpsuit (unisex!) kommt mit einer Kapuze daher. Mix und match wäre also eine Idee.



Was mir auch noch aufgefallen ist: Daniele Gencalp, die Gründerin von Lillestoff, hat einige ihrer Top-Stoffdesignerinnen gebeten, ein Schnittmuster zum Buch beizusteuern. Ein interessanter Ansatz, wie ich finde. Farben und Formen kombinieren ist das eine. Doch was passiert, wenn man Pamela Hiltl von Enemenemeins oder Susanne Bochem von Susalabim darum bittet, ein Kleidungsstück zu kreieren? Gelingt es den Stoffexpertinnen, ihren Signature-Style auf ein Schnittmuster zu übertragen? Urteilt selbst: Hier das Werk von Enemenemeins. (Es steht seit heute ganz oben auf meiner "werde-ich-bald-nähen"-Liste. )






Sehr cool fand ich übrigens den Vorschlag von Deborah von de Leijgraaf, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Bora. Ihr alle kennt ihre Stoffe, glaubt mir. Herausgekommen ist jedenfalls ein entzückendes Cape im Rotkäppli-Stil. Sehr retro - aber mit einem Augenzwinkern. Genau mein Stil. Rauf auf meine persönliche To-Do-Liste! 

Das führt mich nahtlos zur letzten der anfangs gestellten Fragen: Braucht ihr da draussen dieses Buch? Klare Antwort: Jein. Ein Teil der Modelle ist recht einfach, die (wie ich finde) besonders schönen haben es aber in sich. Knopfleisten, Kragen und so weiter - kein Problem für Näherinnen, die schon länger dabei sind und gerne mehr machen, als nur Ärmel anzunähen und Bündchen zu dehnen. Ich sehe aber ein gewisses Frustpotenzial, wenn jemand noch am Anfang steht. Hier mein Vorschlag für die Anfängerinnen: Kaufen? Ja, sofern ihr jemanden kennt, mit dem ihr das Buch gemeinsam durchnähen könnt.

Herzlich
Bettina








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